Zahl der Frauenhausplätze in Schleswig-Holstein deutlich über Bundesdurchschnitt

Katja Rathje-Hoffmann MdL

Zum Jahreswechsel berichteten die Medien aufgrund der Schließung eines Frauenhauses intensiv über die Situation der Frauenhäuser im Land. Teilweise war auch von Platzmangel die Rede. Ein in der heutigen Plenarsitzung thematisierter Bericht der Landesregierung lieferte Zahlen und Fakten zur Debatte:

Im Bundesdurchschnitt gibt es pro 12.291 Einwohner einen Frauenhausplatz, in Schleswig-Holstein ist es ein Platz pro 9872 Einwohner. Mit einem Platz pro 6.227 Einwohnern ist die Versorgung demnach in der Hansestadt Lübeck auch nach der viel diskutierten Schließung eines Frauenhauses deutlich besser als im Bundesdurchschnitt.

Als „Mehr als bedauerlich“ bezeichnete die frauenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Katja Rathje-Hoffmann gleichwohl die aktuelle Situation vor Ort in Lübeck zum Jahreswechsel, dem Zeitpunkt der Schließung. So seien nach Mitteilung des autonomen Frauenhauses Lübeck seit Oktober bereits 44 Frauen mit 52 Kindern wegen mangelnder Plätze vor Ort nicht aufgenommen worden. Laut vorliegendem Bericht des Ministeriums konnte allerdings für alle betroffenen Frauen eine personenbezogene Unterbringungsalternative gefunden werden.

Die CDU-Abgeordnete stellte fest, dass schnellstmöglich ein einfaches, datenbankunterstütztes Belegungssystem eingerichtet werden müsse. So könnte in Fällen von Überbelegung in einem Frauenhaus Betroffene auf Frauenhäusern in der Region verteilt werden.

Nach Angabe des Ministeriums stünden aktuell mehr als 40 freie Frauenhausplätze zur Verfügung. „Um allen hilfesuchenden Frauen sofortigen Schutz vor Gewalt zu ermöglichen, muss dieses System so bald wie möglich arbeitsfähig sein“, forderte Rathje-Hoffmann.

Im Hinblick auf die Finanzierung von Frauenhausplätzen forderte Rathje-Hoffmann konkrete Lösungswege zum Kostenausgleich unter den Bundesländern. Denn bislang würden in Schleswig-Holsteins Frauenhäusern teilweise Frauen aus anderen Bundesländern aufgenommen, ohne dass die Kosten dafür erstattet würden. Im Jahr 2010 waren dies allein in Lübeck rund 30 Prozent. Viele kommen aus Hamburg, das sich bislang weigert, sich an den Kosten zu beteiligen.

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