Bürgermeister in Sorge – kaum noch Wachstum durch den Landesentwicklungplan

Foto: Katja Rathje-Hoffmann und Gottlieb Dingeldein

An die 20 Bürgermeister aus unterschiedlichen politischen Lagern folgten am 17. April der Einladung des CDU Fraktionsvorsitzenden im Segeberger Kreistag, Gottlieb Dingeldein in den Gasthof „zur Eiche“ nach Todesfelde. Gemeinsam diskutierte man die Folgen und Auswirkungen des künftigen Landesentwicklungsplanes, der für den Zeitraum 2009 bis 2025 vom Kieler Innenministerium aufgestellt worden ist.

Und so, wie die künftige Entwicklung der Gemeinden im Kreis Segeberg dargestellt wird, wollen es die anwesenden Bürgermeister nicht einfach hinnehmen. Dieser Meinung ist auch die Planungs- und Umweltausschussvorsitzende des Segeberger Kreistages, Katja Rathje-Hoffmann. „Wir sehen nicht kritiklos zu, dass zahlreiche Dörfer künftig nicht einmal mehr den eigenen Wohnbedarf decken können“, so die Kommunalpolitikerin. „Was im nördlichen Landesteil durchaus sinnvoll sein kann, führt hier bei uns im Kreis Segeberg zu erheblichen Problemen und zu folgenreichen negativen wirtschaftlichen Entwicklungen “, erklärt Axel Bernstein MdL, umweltpolitischer Sprecher der CDU Fraktion im Kieler Landtag.

Die Planung sieht vor, dass schwerpunktmäßig die Wohnbebauung in Zentralen Orten und auf den Siedlungsachsen zu erfolgen hat. In Orten, die keine Schwerpunkte hierfür besitzen, wird zur Deckung des eigenen Bedarfs in der Gebietseinteilung „Ordnungsraum“ Hamburg (südlich der Linie Lentförden – Struvenhütten und Groß Niendorf) ein Wachstumspotenzial von 13 % bis zum Jahr 2025 zugebilligt. Noch düsterer sieht es für den übrigen „Ländlichen Raum“ aus, der sich mit mageren 8 % begnügen muss.
Begründet wird dieses durch den demographischen Wandel der Bevölkerungsentwicklung in ganz Schleswig-Holstein. Aber gerade hier lohnt sich die genauere Betrachtung der Situation im Kreis Segeberg. Festzustellen ist, dass die Bevölkerungszahl hier auch im Jahr 2025 höher prognostiziert wird, als zu Planungsbeginn Ende 2006. Wobei der Landestrend zeigt, dass in Schleswig-Holstein schon ab 2015 weniger Menschen wohnen werden.

Der CDU Landratskandidat und Landtagsabgeordnete Thomas Strtzl mahnt in diesem Zusammenhang an, die besondere planerische Entwicklung im Kreis Segeberg entsprechend zu berücksichtigen, um auch damit die Zukunftsfähigkeit des Kreises zu erhalten. Stritzl machte deutlich, dass ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen der Gemeinden strategisch wichtig ist. Er rief dazu auf, dass die Gemeinden ihre Stellungnahmen und Einwende miteinander abstimmen sollten, um so stärker dem Innenministerium, in dessen Verantwortung dieser Planentwurf liegt, gegenüber zu treten.

Die anwesenden Bürgermeister stießen sich im Besonderen an folgenden Punkten: Touristische Angebote, wie z.B. das „Holsteiner Auenland“ bleiben unberücksichtigt. Keine Entwicklungsmöglichkeiten entlang der neuen Achse BAB 20 und BAB 21 bis 2025, unzureichende Aussagen zur Verkehrs- und Schienenentwicklung. Kaum Konkretes zur künftigen Abfallentsorgung im Lande und natürlich wurde die generelle Beschränkung des Wohnungsneubaus auf 8 % im Ländlichen Raum und 13 % im Ordnungsraum stark kritisiert.
Einig waren sich alle Anwesenden, dass die Informationspolitik des verantwortlichen Innenministeriums sehr schlecht war und auch die Landtagsabgeordneten viel zu spät eingebunden worden sind. Wichtig zu wissen ist, so Thomas Stritzl, dass nach der Abwägung der letzten Stellungnahmen Ende Oktober einzig die Regierung über die künftige Form des Landesentwicklungsplanes entscheiden wird. Der Landtag ist hier nicht zu beteiligen. Stritzl machte deutlich, dass es an der Zeit sei, sich gründlich mit den Auswirkungen der Planung zu beschäftigen. Sollte er Landrat werden, sicherte er schon seine künftige aktive Unterstützung zu.

Der Landesentwicklungsplan ist im Internet unter www.kreissegeberg.de einzusehen.

Artikel teilen:
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.