Supergaudi und Derblecken auf dem ersten Aschermittwoch in Nahe

Nahe – Die Biere waren etwas kleiner als in Bayern aber es wurde auf dem ersten politischen Aschermittwoch der CDU im weiß-blau dekorierten Naher Bürgerhaus zur Freude der 50 Besucher genauso ausgeteilt wie in der Dreiländerhalle in Passau. Bürgermeister Ortwin Peters kritisierte die nörgelige Untätigkeit von SPD und Wählergemeinschaft in Nahe. Nahes CDU-Chef Uwe Voss attackierte humorvoll die „peinlichen Auftritte der Landratsdarstellerin“. Der Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann rief zur Geschlossenheit der letzten großen Volkspartei gegen den zu erwartenden Zusammenschluss von SPD und der SED-PDS-Nachfolgepartei auf.

Sorgten nach bayerischem Vorbild auf Nahes erstem politischen Aschermittwoch mit fröhlichen rhetorischen Attacken für Stimmung: Gero Storjohann (CDU-Bundestagsabgeordneter aus Seth), Ortwin Peters (Nahes Bürgermeister und Uwe Voss (Nahes CDU-Vorsitzender).

In seiner Rede „Nahe ist nicht Büttenwarder“ berichtete Oberbürgermeister Ortwin Peters über die baldige Neueröffnung von Budnikowski auf dem Gelände von „Schwarz Mobile Freizeit“ und die Einrichtung einer Apotheke im gegenüberliegenden ehemaligen Gasthof als positive Entwicklung für mehr Arbeitsplätze. Die Mitarbeit der SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung bezeichnete Peters als „besonders zurückhaltend“ und die Dauerenthaltungen der Wählergemeinschaft zu wichtigen Themen bereits als verlässlichen Faktor.

Der Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann weiß aus seinen zahlreichen Gesprächen vor Ort, dass einige Mitglieder ihre CDU von früher nicht wiedererkennen. „Ich kenne aber auch meinen Edeka-Laden von früher nicht wieder,“ setzt sich Gero Storjohann für seine CDU als moderne Volkspartei ein. „Der FDP ist es in der letzten Wahl gelungen, sich als bürgerliche Protestpartei darzustellen und hat damit Wählerstimmen von der CDU abgeworben. Nach der Erkenntnis, dass Attacken aus der Opposition etwas anderes sind als die Realität in der Regierung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, ist die Enttäuschung bei denen jetzt groß,“ bringt der CDU-Kreisvorsitzende seine Wahlanalyse auf den Punkt.

Uwe Voss geht in seiner Rede mit der der Landrätin ins Gericht. „Die Frau muss doch wissen, dass es aus dem schwarzen Wald genauso wieder heraus schallt, wie sie im Chor mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden hinein brüllt. Wir würden sie ja auch noch ins Landratsamt tragen, aber dafür hat sie schon einen Dienstwagen mit Chauffeur,“ bezieht Nahes gerade mit einhundert Prozent im Amt bestätigter Chef-Christdemokrat, klar Stellung zu den Versuchen der Landrätin sich als das ewige Opfer darzustellen.

Uwe Voss bedauert, dass die Landrätin seit ihrer „dubiosen Wahl mit Nachzählungsverweigerung“ immer noch keine für sie standesgemäße Residenz im Kreis Segeberg gefunden hat und trotz aller „Neue Heimat-Wohlfühlbekundungen“ die Hansestadt Hamburg weiterhin als Wohnort vorzieht.

Das Zitat „der Kreis hat eine Unternehmensberaterin für kleines Geld bekommen“, (Landrätin in der LN 28. August 2009) sorgt auf dem Aschermittwoch genauso für Heiterkeit wie der im Wahlkampf vollmundig angekündigte Umzug aus der Landratsvilla in das Kreishaus, wo die Leute arbeiten.* Diesen Umzug hat es bis heute nicht gegeben. Stattdessen wurde der Gartensaal des Landratsamtes kurzerhand zum Vorzimmer der Landrätin umgestaltet. Den Raum hatten zuvor die Fraktionen und Arbeitskreise genutzt.

Ganz Deutschland amüsierte sich über einen Film des Schleswig-Holstein-Magazins mit dem ernsthaften Versuch der „Landratsdarstellerin“, sich als Schneekatstrophen-Retterin zu profilieren. Der Beitrag des norddeutschen Fernsehens mit der unfreiwillig komischen Landrätin schaffte es bis in die Comedy-Sendung von Stefan Raab.

Fazit in der Aschermittwochsrede über das Wirken und die Selbstdarstellungsversuche der Landrätin: Wollen will sie schon, aber können kann sie `s nicht.

Für die Naher Christdemokraten ist klar, 2011 wird es wieder einen politischen Aschermittwoch mit Musik, einem Franz-Josef-Strauß-Quiz und deftigen Reden geben.

* Aus der Internetseite von Jutta Hartwieg als Landratskandidatin:

https://www.landraetin-hartwieg.de/politische-ziele/-das-10-punkte-programm-/

Ich möchte nicht über, sondern unter meinen Mitarbeitern sein. Deshalb werde ich als Landrätin ins Haus der Kreisverwaltung umziehen und ein Büro „mittendrin“ wählen. Meine Mitarbeiter sollen wissen, dass ich mit ihnen zusammenarbeite und jederzeit ein offenes Ohr für ihre Probleme habe. U.a. damit möchte ich zu einer guten und konstruktiven Arbeitsatmosphäre beitragen. Das ganze Haus Segeberg kann dann wieder für die Selbstverwaltung des Kreises und für Verbände zugänglich gemacht werden. (Haus der Kommunalen Selbstverwaltung statt Landratsamt.

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