CDU Diskussion mit Axel Bernstein und Oberstleutnant Radke über die Wehrpflicht

(Vlnr.) Dr. Axel Bernstein MdL, Oberstleutnant Nicolas Radke und die CDU Kreistagsabgeordnete Annette Glage.

Boostedt- Zur Meinungsbildung vor dem CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe organisierte die Kreistagsabgeordnete Annette Glage für den  CDU-KreisverbandSegeberg  im Boostedter Waldkater ein Gespräch über die Bundeswehr der Zukunft und die Bedeutung der Wehrpflicht. Besonderer Gast im Talk mit Dr. Axel Bernstein,  dem parlamentarischen Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, war Oberstleutnant Nicolas Radke. Der  Standortälteste der Rantzau Kaserne in Boostedt führte als ein Argument für die Beibehaltung der Wehrpflicht den demographischen Faktor an, der automatisch zu einer Verringerung der jungen Menschen führen wird, die zur Bundeswehr eingezogen werden können. Bernstein und Radke sind sich darüber einig, dass die Wehrpflichtigen ein ganz wesentlicher Grundpfeiler für die Einbindung der Bundeswehr und deren Anerkennung  in der Gesellschaft ist.

Dr. Axel Aernstein MdL und Oberstleutnant Radke

Für die CDU ist der Vorschlag von Verteidigungsminister zu Guttenberg zur Aussetzung  der Wehrpflicht sehr problematisch. Die Wehrpflicht gehört zum „Markenkern“ der CDU. Auf dem Bundesparteitag steht nun deren Aussetzung auf dem Programm.

Axel Bernstein, selbst Befürworter der Wehrpflicht, benannte auch die Argumente der Andersdenkenden. Es kommt zu Ungerechtigkeiten, da nicht alle junge Männer im wehrpflichtigen Alter eingezogen werden können. Wehrpflichtige werden nicht bei Auslandseinsätzen in Krisengebiete eingesetzt.

Nach den Impulsreferaten wurde erörtert, ob die Bundeswehr de Facto nicht bereits eine Freiwilligenarmee ist. Diskutiert wurde auch darüber ob ein attraktives Angebot für Freiwillige statt einer nur  sechsmonatigen Wehrpflicht zur besseren Qualität und der notwendigen Professionalität bei den aktuellen Bedrohungen führen würde. “Bundeswehrzeit ist kein Abenteuer und eine Zeitspanne von nur  6 Monaten Wehrpflicht ist zu kurz für eine gute Ausbildung“, sind sich die Diskussionsteilnehmer einig. Es wurden auch der Wert der Wehrpflicht als Dienst an der Gemeinschaft, die Frage der demokratischen Kontrolle und die Bedeutung der Bundeswehr in den jeweiligen Standorten.

Entgegen der landläufigen Meinung ist sich Oberstleutnant Radtke sicher, dass die Wehrpflicht durch Politik wieder eingesetzt wird, wenn eine besondere Bedrohungslage eine Armee in der entsprechenden Mannschaftsstärke erfordert.

„Die Politik sollte sich für  eine Wehrpflicht mit einer guten Ausbildung in mehr als 6 Monaten oder eine vorläufige Veränderung in Richtung Freiwilligenarmee unabhängig von der finanziellen Situation des Landes entscheiden“,  ist das Fazit der Diskussion in Boostedt. Gefordert wird zudem eine optimale Ausrüstung zur Sicherheit der Soldaten in den Auslandseinsätzen.

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