Landrat Jan Peter Schröder bei der Senioren Union Bad Segeberg

Rede-Landrat-WEB
Bericht Ursula Michalak / Fotos Uwe Voss

Hoch zufrieden gingen fast 50 Seniorinnen und Senioren von der Veranstaltung der Seniorenunion Bad Segeberg nach Hause.

Landrat Jan Peter Schröder und die SU Vorsitzende Ursula Michalak

Landrat Jan Peter Schröder und die SU Vorsitzende Ursula Michalak

Erst informierte der neue Landrat Jan Peter Schröder kompetent von seiner Arbeit, dann stimmten sich die Anwesenden mit Liedern, Gedichten, Geschichten, Osterbräuchen auf den Frühling ein.

Nachdem der Landrat sich kurz mit seiner Biographie vorgestellt hatte, ging er zuerst auf die Kreisgebietsreform ein. Er erachtet sie als unnötig, da die Kreise in der jetzigen Form genau die richtige Größe und Zuschnitte haben.

Anschließend erläuterte der Landrat die von ihm eingeleitet Umstrukturierung der Verwaltung. Sie sieht eine Straffung und eine Konzentration auf fachliche Aufgaben vor. Die Kreisverwaltung sei Selbstzweck, der Kreis sei Dienstleister für Bürgerinnen und Bürger gemäß des Mottos: Was können wir besser und günstiger machen.

Auch der demographische Wandel sei eine Herausforderung; es gibt nicht nur weniger Menschen, diese werden auch immer älter. Das habe Auswirkungen auf den ÖPNV, auf die medizinische Versorgung, die Lebensmittelversorgung, die Müllabfuhr usw. Diese Fragen müssen vor Ort gelöst werden. Positiv dabei sei, dass vor Ort die besten Ideen entstehen, Lösungen müssen vor Ort gefunden werden, nicht in Brüssel.

Positiv sei auch, dass die Menschen gesund älter werden und sich einbringen wollen.

Es sei wichtig, ihre Kenntnisse, ihre Erfahrungen zu nutzen, in der Feuerwehr, in Sportvereinen, in Chören usw.

Es sei seine Herzensüberzeugung, dass das Ehrenamt unersetzlich ist. Hier könne der Kreis unterstützen.

Das gelte auch für Flüchtlinge. Er sei froh, dass es in der zentralen Aufnahmestelle in Boostedt gut laufe und man auf einem guten Weg sei.

Die Zahlen seien ständig gestiegen: 2014 habe es kreisweit 700 Flüchtlinge gegeben;

2015 seien es bis zum 20.3. 326 gewesen; der Landrat prognostiziert 1800 bis 2000 Flüchtlinge im Kreis.

Damit komme man ernsthaft an Grenzen. Es sei immer weniger Wohnraum vorhanden. Das sei eine Riesenbaustelle auch im Hamburger Rand. Im Norderstedt habe man jetzt ein Containerdorf mit 180 bis 200 Plätzen errichtet.

Auf der anderen Seite sei er stolz, dass 180 ehrenamtlich Engagierte für die Flüchtlinge da seine, die ihnen bei ihren ersten Schritten helfen.

Der Kreis bemühe sich um zusätzliche Sprachkurse über die VHS. Für die Ehrenamtler werde eine Koordinationsstelle eingerichtet. Für die Asylanten gebe es zusätzliche Stellen, z.B. für Sozialpädagogen u.a.m.

Es sei ein Kraftakt, für den der Kreis freiwillig Geld ausgebe ohne Unterstützung aus Kiel. Für die neu zu errichtende Unterkunft in Schackendorf gebe der Kreis 600000€ zu den Gesamtnoten von 2 Millionen. Man arbeite sehr eng mit den Gemeinden zusammen.

Mittelfristig sei die Zuwanderung eine große Chance für den Kreis.

Im Übrigen habe Schleswig-Holstein eine Geschichte bei der Integration: Jeder 2. hat einen Migrationshintergrund.

Deshalb werde man die jetzige Herausforderung hinkriegen trotz aller Sorgen, trotz allem Ärger. Den Menschen werde ein Weg in die Zukunft gegeben.

Der Kreis habe nach dem ersten Programm „Bei Ankunft Sprache“ ein zweites Programm „Bei Ankunft Arbeit“. Über Ehrenamtler erfolge eine Kontaktaufnahme mit betrieben für Praktika oder gar eine Arbeitsstelle.

Ganz großes Ziel sei die Integration.

Im Anschluss beantwortete der Landrat viele Fragen zum Thema Asyl, Ehrenamt (Feuerwehrkasse), Kreisumlage u.a.m.

Die Anwesenden waren sich einig, dass sie mit Herrn Schröder einen kompetenten engagierten Landrat haben und wünschten ihm für die anstehenden Aufgaben viel Erfolg.

Danach sangen die Seniorinnen und Senioren – chorreif – begeistert viele Frühlingslieder und hörten Geschichten vom verlorenen Häschen, vom Hasen Patrick und seinem ersten Eierverstecken, von der Märzfee, die den Frühling brachte, als der Osterhase verschlafen hatte u.a.m.; die Vorsitzende trug auch Gedichte vor u.a. von der Osterflunkerei und dem Osterspaziergang und erzählte von Traditionen der Ostereier, der Ostereiersuche und dem Eierfärben.

Nach dem Kanon „Es tönen die Lieder“ verabschiedete die Vorsitzende die Anwesenden und wünschte ihnen frohe Ostern und ein bisschen besseres Frühlingswetter.

Artikel teilen:
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.