Daniel Günther und Katja Rathje-Hoffmann: CDU legt Maßnahmenkatalog für frühkindliche Bildung vor

Frühkindliche Bildung

Die CDU-Landtagsfraktion will die Kinderbetreuung verbessern. Dazu haben der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Daniel Günther, und die sozialpolitische Sprecherin, Katja Rathje-Hoffmann, heute (9. April 2015) im Kieler Landeshaus einen Maßnahmenkatalog vorgestellt.

„Kinder brauchen eine gute Betreuung sowohl in der Familie als auch in der KiTa. Nachdem der Fokus der letzten Jahren vor allem auf dem quantitativen Ausbau der Betreuungsplätze lag, müssen wir jetzt an die qualitativen Rahmenbedingungen ran. Darum hat die CDU-Fraktion einen Maßnahmenkatalog beschlossen, mit dem Ziel das bestehende Betreuungsangebot weiter zu verbessern“, so Fraktionschef Günther.

An den Kostenbeiträgen für Eltern halte die CDU-Fraktion zugunsten von Qualitätsverbesserungen fest. Damit alle Familien eine Chance zu frühkindlicher Bildung haben sollen, sei eine familienfreundliche Ausgestaltung erforderlich.

Personalschlüssel und Rahmenbedingungen sollen verbessert werden

Die CDU-Fraktion plant, den Personalschlüssel langfristig von 1,5 auf 2,0 zu erhöhen. Unter Berücksichtigung der Konnexität will sie dafür in einem ersten Schritt ab dem kommenden Haushaltsjahr 20 Millionen Euro für die Kreise und kreisfreien Städte bereitstellen. Mit diesen Mitteln sollen die Kindertagesstätten in die Lage versetzt werden, mehr qualifiziertes Fachpersonal für die Ü-3 Betreuung einzustellen. Rund 600 zusätzliche Vollzeitstellen könnten dadurch pro Jahr finanziert werden.

„Je kleiner die Gruppe, desto besser und individueller können Kinder betreut werden. Darum wird die CDU-Fraktion in den anstehenden Haushaltsberatungen für das kommende Jahr für eine Anhebung des Personalschlüssels eintreten“, erklärte Rathje-Hoffmann. Ein angepasster Personalschlüssel sorge in vielen Bereichen für eine wichtige Entlastung.

Hochwertige Ganztagsangebote von der Krippe bis zur Schule

Ziel der CDU-Fraktion sei es zudem, flächendeckende und flexible Ganztagsangebote von der Krippe bis zur Schule sicherzustellen. „Eltern von Kindern im Krippen- und Kindergartenalter wünschen sich zurecht ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot, auf das sie sich verlassen können und bei dem ihre Kinder individuell gefördert werden. Der Ausbau der Betreuungsangebote ist ein wesentlicher Baustein, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. Für die CDU-Fraktion hat dies oberste Priorität“, so Fraktionschef Günther. Nur ein verlässliches ganztägiges Betreuungsangebot ermögliche den Familien eine echte Wahlfreiheit.

Dies beinhalte, dass sich auch die Öffnungszeiten nach den Bedürfnissen der Familien richte und die Möglichkeit der Kindertagesstättenwahl für berufstätige Eltern flexibler gestaltet werde.

Tagespflege weiter stärken

Ein weiterer Bereich, mit dem sich die CDU-Fraktion in ihrem Positionspapier auseinandersetzt, ist die Tagespflege. Diese habe sich in den vergangenen Jahren für Familien zu einem wichtigen Baustein in der Betreuung und Erziehung von Kindern entwickelt und sei eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Betreuungsangeboten in Kinderkrippen und -tagesstätten, betonte Rathje-Hoffmann. „Sowohl Familien als auch die Beschäftigten in der Tagespflege erwarten zu Recht qualitativ hochwertige und adäquate Rahmenbedingungen. Unser Ziel ist es, das Berufsfeld der Kindertagespflege attraktiver zu gestalten und auch die geleistete Arbeit angemessen zu honorieren“, so die Sozialpolitikerin. Nachholbedarf gebe es beispielsweise bei der Sicherstellung einer angemessenen Betreuung im Krankheits- und Urlaubsfall sowie in der Entwicklung eines speziellen Fort- und Weiterbildungsprogramms für die Beschäftigten in der Kindertagespflege.

Sprache als Schlüssel einsetzen

Einen weiteren Fokus legt die CDU-Fraktion in ihrem Positionspapiers auf die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. „Je jünger ein Kind ist, desto schneller und besser entwickelt es seine sprachlichen Fähigkeiten. Der Besuch einer Kindertageseinrichtung trägt wesentlich zur Integration und Teilhabe an der deutschen Gesellschaft bei. Damit Kindertagesstätten diese wichtige Integrationsfunktion ausüben können, müssen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich auf die neuen Herausforderungen wie Mehrsprachigkeit, Kulturkonflikte und Umgang mit traumatisierten Kindern vorbereitet werden“, unterstrich Rathje-Hoffmann.

Zudem sollen Kindertagesstätten ermutigt werden, Kindern ab drei Jahren an die Weltsprache Englisch heranzuführen. Eine Möglichkeit, den englischen Spracherwerb zu fördern, seien Kooperationen zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen.

Verbindliche Tandemvereinbarungen könnten helfen, den Kindern den Übergang von Kindergarten und Grundschule zu erleichtern.

Weitere Maßnahmen, die die CDU-Fraktion beschlossen hat, sind der verstärkte Einsatz multiprofessioneller Teams, Verbesserungen bei der Inklusion sowie die Schaffung von Anreizen für Betriebskindergärten. Zudem fordert die CDU-Fraktion, eine größere Aufmerksamkeit auf den steigenden Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung zu legen.

Link zum Papier:
https://www.cdu.ltsh.de/media/15-04-09_kita_papier.pdf

 

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