Katja Rathje-Hoffmann: Vor dem Friesenhof-Skandal fanden Fach- und Dienstaufsicht in der Heimaufsicht nicht statt

Katja Rathje-Hoffmann MdL Quelle: CDU-Fraktion des Schleswig-Holsteinischen Landtags

Katja Rathje-Hoffmann MdL Quelle: CDU-Fraktion des Schleswig-Holsteinischen Landtags

Die Obfrau der CDU-Fraktion im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Friesenhof“, Katja Rathje-Hoffmann, hat sich von den heutigen (27. Juni 2016) Schilderungen der zuständigen Abteilungsleiterin erschüttert gezeigt:

„Vor dem Friesenhof-Skandal fanden Fach- und Dienstaufsicht in der Heimaufsicht nicht statt. Anders ist nicht zu erklären, dass die zuständige Abteilungsleiterin selbst von Auflagen, Klagen und Klagerücknahmen nichts mitbekommen haben will“, so Rathje-Hoffmann.

Das Ausmaß der unterlassenen Dienstaufsicht werde besonders deutlich, wenn die nach dem Friesenhof-Skandal vorgenommenen Änderungen in der Dienstaufsicht betrachtet werden.
„Nach dem Friesenhof-Skandal wurde eine Kette von Selbstverständlichkeiten eingeführt.

Diese kamen erstmals bei den Ereignissen um die gerade erfolgte Schließung der Einrichtung in Dithmarschen zum Tragen. Es ist und bleibt unglaublich, wie weit unterhalb der Standards die schleswig-holsteinische Heimaufsicht bis dahin gearbeitet hat“, so die CDU-Abgeordnete.
So habe es bis dahin keine systematische Aufbereitung der Vorkommnisse in Einrichtungen und auch kein Monitoring für Besondere Vorkommnisse gegeben. Auch die Dokumentation der Qualität der Träger sei erst nach dem Friesenhof begonnen worden. Die Kommunikation mit freien Trägern sei ebenso überarbeitet worden, wie die Berichtswege innerhalb des Ministeriums. Erst jetzt gebe es eine Supervision für Mitarbeiter der Heimaufsicht. Die Bearbeitung der Kinder- und Jugendeinrichtungsverordnung sei immer noch nicht abgeschlossen, werden nun jedoch immerhin voran gebracht. Und ein Jour Fixe zwischen Abteilungsleitung und Hausspitze sei ebenfalls neu eingeführt worden.

„Diese Vielzahl an Neuerungen zeigt, was alles falsch gelaufen ist. Sie ist das Eingeständnis, dass viel zu wenig für den Schutz der Kinder und Jugendlichen getan wurde“, so Rathje-Hoffmann.

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