Katja Rathje-Hoffmann: Gewaltschutz und Gleichstellung sind Qualitätsmerkmale einer demokratischen Gesellschaft

Es wird deutlich aufgezeigt, dass hier bei uns in Schleswig-Holstein viel für von Gewalt betroffenen Frauen getan wird.

Das Projekt SCHIFF des LSSH, Landesverband der Frauenberatung in Schleswig-Holstein, ist Ende 2018 erfolgreich im Land gestartet. SCHIFF bedeutet: „Schleswig-Holsteinische Initiative für Frauen“.

Dieses Projekt wird mit verschiedenen Kampagnen und Arbeitsgruppen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention beitragen. Es geht um die Verwirklichung der rechtlichen und tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern und um die rechtlichen Grundlagen zur Abschaffung von Gewalt gegen Frauen – aktiv und präventiv.

SCHIFF legt den Fokus auf den Aufbau von Schutzsystemen und Hilfsmöglichkeiten für betroffenen Frauen bei geschlechterspezifischer Gewalt. Und es geht auch um den Abbau struktureller Benachteiligung von Frauen und Mädchen und um die Aufklärung zu Diskriminierung.

Ende 2019 wurde nun der nächste Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der Istanbul-Konvention gegangen – der Startschuss für die Bedarfsanalyse zu ambulanten und stationären Hilfesystemen und Frauenfachberatungsstellen durchgeführt vom Fachinstitut „Zoom“.

Ich hoffe sehr und habe großer Erwartungen, dass uns diese Analyse dabei hilft, noch in dieser Legislaturperiode die gewonnen Erkenntnisse auch anzustoßen und weiter umsetzen zu können, damit das Land von gewaltbetroffenen Frauen in ihrer Lage bestmögliche Beratung und Hilfestellung bedarfsgerecht geben kann.

Parallel zur Bedarfsanalyse widmet sich das SCHIFF Projekt aktuell der kommunalen Umsetzung der Istanbul-Konvention. Es wurde das Ziel ausgerufen, dass jede und jeder Bürgermeisterin und Bürgermeister weiß, was diese Konvention ist und sich mit ihr identifizieren kann.

Außerdem gibt es aktuell ein Projekt mit dem Landesamt für Ausländerangelegenheiten und dem Innenministerium. Zum Schutz von Frauen in Landesunterkünften und zur Fortbildung der Ausländerbehörden.

Auch in den Schulen wird, wie z.B. in Stormarn, gemeinsam mit der Polizei am Gefährdungsmanagement gearbeitet, um Hochrisikofälle erkennen zu können. Und auch um Präventionsarbeit mit Schülerinnen und Schülern zu leisten.

Eine weitere wichtige Säule im Hilfesystem ist das seit langem bestehende KiK Konzept – das Krisen Interventions Konzept des Landes. Seit fast 20 Jahren werden erfolgreich Fachleute aus der Justiz, Polizei, Frauen- und Familienberatung, Staatsanwaltschaft, Gleichstellungsbeauftragten und Verwaltung vernetzt. Um Frauen und ihren Kindern in Gewaltsituationen und bei häuslicher Gewalt besser und schneller helfen zu können.

Und auch bei den Frauenhäusern tut sich etwas.

Kurzfristig konnten in den 16 Frauenhäusern in unserem Land 30 zusätzliche Plätze geschaffen werden, um den Druck auf die Schutzhäuser etwas abzumildern.

Die Belegungssituation hat sich in den vergangenen Jahren sehr zugespitzt, so dass die 319 Frauenhausplätze nicht ausreichen, um allen schutzsuchen Frauen und deren Kindern Unterschlupf zu gewähren. Hier hilft auch das Projekt der Landesregierung FrauenWohnen, das Frauen, die in einem Frauenhaus Schutz gesucht haben, unterstützt, wieder eine eigene Wohnung zu beziehen und die sie auch bezahlen können. Auch wichtig und nötig: Das Renovierungs- und Sanierungskonzept aus den Impuls Mitteln hilft wirkungsvoll, die stark beanspruchten Frauenhäuser zu modernisieren und instand zu halten.

Sie sehen, es gibt einen bunten Strauß an wirkungsvollen Maßnahmen und Engagements für betroffene Frauen bei uns im Land.

Gewaltschutz und Gleichstellung sind Qualitätsmerkmale einer demokratischen Gesellschaft.

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