Katja Rathje-Hoffmann: Gesetzentwurf der AfD ist vollkommen neben der Spur und überflüssig!

Katja Rathje-Hoffmann MdL

Katja Rathje-Hoffmann MdL

Wenn jemand schon das Wort geschlechtergerecht in Anführungsstriche setzt – weiß man eigentlich schon, woran man ist. Und wenn auch noch das Wort sogenannt zu Geschlechtergerecht hinzukommt, ist es schon sonnenklar. Diese Person oder Personengruppe hat mit der Gleichstellung von Frauen und Männern nichts oder nicht viel im Sinn. Deutlich kann man es an bereits eingereichten AfD Gesetzentwürfen, wie z.B. bei dem Gesetzentwurf zur Pflegeberufekammer sehen.

Weite Teile und Passagen des Gesetzentwurfs wurden abgeschrieben – jedoch wurden die angeführten Berufsbezeichnungen alle ausschließlich in männlicher Form aufgeführt. Sie haben die weibliche Form einfach herausgeschrieben – einfach weggelassen – das ist entlarvend und sagt eine Menge aus!

Von vorgestern ist auch die Verwendung des generischen Maskulinums, das sich ja angeblich auf alle Geschlechter bezieht. Ich ging bislang davon aus, dass diese Phase bereits überwunden ist, aber ein solcher Gesetzentwurf zur Änderung des Gleichstellungsgesetzes versetzt die meisten von uns doch in Erstaunen und Entsetzen vor solcher Ignoranz und Rückwärtsgewandtheit.

Es ist schlicht unnötig auf den Schriftverkehr und den Sprachgebrauch mit dem Hinweis auf die Deutsche Rechtschreibung in der Fassung von 2006 zu verweisen. Diese Rechtschreibregeln gelten für alle: Bund, Länder und Kommunen – sie gelten schlicht überall.

Deswegen ist es komplett unsinnig, was Sie von der AfD hier vorhaben. Sie behaupten, dass die Geschlechtergerechte Sprache, ich zitiere:

„eine Vielzahl von Sprachgebilden enthält, die zum einen weder korrekt gesprochen noch vorgelesen werden können, und die zum anderen gegen die Regeln der Rechtschreibung, Interpunktion und Grammatik verstoßen“. Zitat Ende AfD.

Es ist schon erstaunlich, dass Sie bei solchen Formulierungen schon zu Sprech- und Vorleseproblemen kommen und dabei straucheln!

Ich erinnere Sie: Sprache ist etwas lebendiges und unterliegt auch der ständigen Veränderung. Oft im Positiven und manchmal auch mit ungewöhnlichen Varianten. Ich nenne hier das Gender-Sternchen, das sich hartnäckig behauptet und ich verweise auf die Lübecker Wortschöpfung und als Insellösung – den Gender Doppelpunkt.

Darüber kann man denken, wie man möchte – eines ist jedoch wichtig: Sprache muss verständlich sein und sollte präzise die Menschen ansprechen – gerade bei Behörden und besonders wichtig – in Gesetzen. Frauen und Männer in Wort und Schrift sichtbar zu machen ist unsere Absicht und auch unsere Pflicht, denn an sie wenden sich die Gesetze, Erlasse und Verordnungen. Das generische Maskulinum bildet daher nicht die ganze Gesellschaft ab. Aber das ist wohl auch gar nicht von der AfD Männern beabsichtigt. Und im Übrigen: warum soll so ein Zusatz mit dem Hinweis auf die Rechtschreibung eigentlich nur im Gleichstellungsgesetz stehen? Wären hiervon nicht alle Gesetze betroffen?

Meine Herren von der ganz rechten Seite, das ist doch wieder einmal ein Feldzug im Sinne Ihres Kampfes gegen den von Ihnen bezeichneten Gender Wahn. Es ist doch offensichtlich – Sie haben es eben nicht so dicke mit den Frauenrechten und mit der Gleichstellung der Geschlechter.

Dieser Gesetzentwurf ist vollkommen neben der Spur und überflüssig!

Artikel teilen:
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.