Katja Rathje-Hoffmann – Gleichwertige Arbeit muss auch gleich bezahlt werden

Katja Rathje-Hoffmann MdL

Aus der Rede der Landtagsabgeordneten Katja Rathje-Hoffmann

Ja, es ist ungerecht, dass Frauen im 21. Jahrhundert viel zu oft immer noch weniger verdienen als Männer und deswegen auch nur rund 50 Prozent weniger Rente beziehen als Männer.

Besonders ungerecht ist, dass die sogenannten frauenspezifischen Berufe, also Berufe, die zu 80 Prozent von Frauen ausgeübt werden, in den meisten Fällen schlechter bezahlt werden, als in den übrigen Berufen.

Der Equal-Pay-Day, der 17. März, markiert symbolisch den geschlechterspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell unbereinigt 21Prozent in Durchschnitt in Deutschland beträgt.

Umgerechnet ergeben sich daraus stattliche 77 Tage, die Frauen mehr im Jahr umsonst arbeiten müssen, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit weiter bezahlt werden.

In Schleswig-Holstein sieht es ein wenig besser aus, hier beträgt die Lücke, also der Gender-Pay-Gap, nur 15 Prozent

Trotzdem ist das kein Grund zur Beruhigung, sondern ein guter Grund, um zu handeln.

Wir bitten die Landesregierung, so wie es auch im Jamaika-Koalitionsvertrag steht, sich für Geschlechtergerechtigkeit und Lohngerechtigkeit einzusetzen und dafür zu sorgen, dass gleiche oder gleichwertige Arbeit auch gleich bezahlt werden.

Dazu brauchen wir eine qualitativ hochwertige und flexible Betreuung für unsere Kinder

  • für gute Rahmenbedingen zur Vereinbarkeit von Beruf, Sorgearbeit und Familie
  • und dabei sollte unser besonderes Augenmerk auch den alleinerziehenden Müttern und Vätern gelten

Die Verwirklichung der Gleichstellung und der Chancengleichheit von Frauen und Männern ist unser gemeinsames Ziel.

Und deswegen ist die Gleichstellungsstrategie der Landesregierung genau das richtige Instrument, um das auch nachhaltig zu erreichen.

Genau diese Strategie soll unter Beteiligung aller Ressorts der Landesregierung und weiteren gesellschaftlichen Akteuren, Verbänden und Organisationen erarbeitet werden.

Dieses Thema ist von hoher gesellschaftlicher Bedeutung.

Wir wollen damit erreichen, den Frauenanteil, insbesondere in Führungs- und Leitungspositionen im öffentlichen Dienst zu steigern.

Der aktuelle Gleichstellungsbericht der Landesregierung zeigt hier genügend Arbeits- und Betätigungsfelder auf, in denen gehandelt werden sollte und auch muss.

Im Mittelpunkt steht hier auch das Thema, Führung in Teilzeit, wo noch erhebliche Potentiale zur Verbesserung bestehen.

Teilzeittätigkeiten und flexible Arbeitszeitmodelle müssen auch für Führungskräfte gut möglich sein und dürfen nicht zu Benachteiligungen führen.

Hier lohnt sich auch der Blick auf unsere Nachbarn in Europa, die im europäischen Gleichstellungsindex vor uns liegen.

Wir wollen auch von deren guten Beispielen lernen, um bei uns selbst besser zu werden.

Bestandteil der Strategie ist selbstverständlich immer eine gute Vereinbarkeit von beruflicher und familiärer Arbeit.

Auch wollen wir darauf hinweisen, dass das Prinzip der gleichen und gleichwertigen Arbeit auch in der Privatwirtschaft eingehalten werden soll.

Hierbei sollen sich Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen genauso engagiere, wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihre jeweiligen Vertretungen.

Ein weiter Punkt muss auch zudem berücksichtigt werden, nämlich dass Rollenstereotypen bei der Berufswahl künftig eine viel geringere Rolle spielen sollen.

Die Berufswahl von Frauen und Männern sollte möglichst unabhängiger von Rollenbildern der Geschlechter stattfinden.

Aktionen wie, Girls-Day und Boys-Day gehen hier mit gutem Beispiel voran.

Um das alles zu erreichen brauchen wir eine Gleichstellungsstrategie als Querschnittsaufgabe für unsere gesamte Landesregierung.

Herzlichen Dank!

zur Pressemitteilung

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