Statement Caspary (CDU) zur Impfstoff-Diskussion in Deutschland

Foto: Christiane Lang

Zur Diskussion über die derzeitige Verfügbarkeit von Corona-Impfstoff in Deutschland
erklärt Daniel Caspary, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen
Parlament:

„Nach dem Heute wird es auch ein Morgen geben, an das man denken sollte. Für uns
als einwohnerstärkstes und wirtschaftsstärkstes Land in Europa gilt sicherlich: wir
hätten auch eine Deutschland-zuerst-Strategie fahren können. Einfach egoistisch nur
an uns denken und keine Rücksicht auf die Nachbarn in Europa nehmen. Stattdessen
hat sich die Bundesregierung dafür entschieden, die Impfstoffe zuerst im europäischen
Verbund gemeinsam mit den Partnern zu beschaffen.

Dies war und ist auch richtig so: gerade in Krisenzeiten schauen die Bürger in den
anderen Staaten Europas ganz genau, ob wir Deutschen egoistisch oder
gemeinschaftlich und solidarisch vorgehen. Und damit legen wir den Grundstein für
künftiges Handeln unserer Partner in Europa, wenn es uns mal härter erwischt als
andere.
Es gibt auch einen Tag nach dieser Pandemie und dies sollte man immer in kurzfristig
anstehende Entscheidungen einbeziehen. Zudem haben wir in der Pandemie mehrmals
bemerkt, dass diese nicht an nationalen Grenzen Halt macht, sondern nur
gemeinschaftlich mit unseren Nachbarländern besiegt werden kann.

Diejenigen, die jetzt die EU dafür kritisieren, dass sie lediglich die doppelte bis dreifache
erforderliche Menge geordert hat und nicht bereits im August wusste, welcher der
angekündigten Impfstoffe der erfolgversprechendste sein würde, hätten doch sonst
Schlagzeilen wie „Riesen Verschwendung: EU braucht millionenfach georderten
Impfstoff nicht“ oder „Mehrere Milliarden verschwendet!“ verbreitet.
In schwierigen Zeiten sind mehrere Tätigkeiten ein Balanceakt: politische
Entscheidungen treffen aber auch das Prägen von Schlagzeilen.“

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