Katja Rathje-Hoffmann: Besser geht immer!

 

Katja Rathje-Hoffmann MdL

Der Schutz der von Gewalt betroffenen Frauen und ihrer Kinder steht im Fokus der heutigen Beratung im Kieler Landtag.

Um die historisch gewachsenen Strukturen transparent zu gestalten, beauftragte das Land diese Bedarfsanalyse, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Versorgung mit Hilfsangeboten grundsätzlich gut ist und man, verglichen mit anderen Bundesländern, sogar sehr gut aufgestellt ist.

Aber der Feind des Guten ist schon immer das Bessere gewesen.

Besser geht es immer!

So sind in der Analyse einige Verbesserungsoptionen aufgezählt worden.

Hier möchte ich den sogenannten „weißen Fleck“ in den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland benennen. Dort ist eine Unterversorgung mit Frauenhausplätzen festgestellt worden.

Die gute Nachricht zu diesem Thema ist, dass das Innenministerium hier bereits Gespräche mit den Akteuren vor Ort führt, um eine ausreichende Versorgung dort künftig zu ermöglichen und um somit die Versorgungslücke schnell zu schließen.

Eine Ausweitung von Frauenhausplätzen, die ebenfalls empfohlen worden ist, befindet sich bereits in der Umsetzung. Auch soll beispielsweise die Platzkostenpauschale angepasst werden. Dieser Vorgang wird bald abgeschlossen sein.

Bei der Berechnung der Platzkostenpauschale und in diesem Zuge auch bei der Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel sind die Mitarbeiterinnen in ganz besonderem Einsatz und tauschen sich regelmäßig mit allen Beteiligten aus, auch um den Spagat zu schaffen, die Mittel fair und transparent untereinander zu verteilen.

Für diese nicht einfache Arbeit möchte ich mich jetzt schon bedanken.

Neben dem Ausbau und der transparenten und fairen Förderung von Frauenhausplätzen, sehen wir weitere wichtige Betätigungsfelder und zwar die Prävention und in die koordinierte Zusammenarbeit.

Wir wollen und werden versuchen, so früh wie möglich die potenziellen Opfer zu stärken und deren Selbstvertrauen so sehr zu unterstützen, dass die Frauen die Kraft erhalten, sich gegen die Gewalt von Anfang an zu wehren.

Empowerment und Hilfe zur Selbsthilfe spielen hier eine sehr wichtige Rolle und das beginnt schon bei den Kindern.

Auch die Netzwerke und die Zusammenführung weiterer Angebote spielen eine große Rolle, denn wir haben in Schleswig-Holstein ein sehr gutes Netz von Hilfe- und Unterstützungsleistungen, die eine vorbildliche Expertise aufweisen.

Wir wollen keine kostspieligen Parallelstrukturen schaffen. Die Angebote, die es schon gibt, gilt es optimal zu vernetzen, damit die Frauen im Sinne der Stärkung des Selbstvertrauens sie in Anspruch nehmen können.

Das gilt es, so niederschwellig wie möglich zu gestalten.

Als ein gutes und gelungenes Beispiel kann hier das Online-Beratungstool „Text us“ hervorgehoben werden, das digitale und leicht zugänglichen Beratung erbringt und mit der geplanten Mittelverteilung gestärkt wird.

Auch das Projekt Frauen_Wohnen ist ein weiterer wichtiger Punkt, um die Beratung ganzheitlich zu gestalten und um bei einem notwendig gewordenen Aufenthalt in einem Frauenhaus, dieses schneller in die eigene gewaltfreie Häuslichkeit verlassen zu können.

Bis zum Ende des letzten Jahres konnte über dieses Projekt über 600 Frauen und Kindern in eine eigene Wohnung geholfen werden.

Für ein Leben ohne Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder!

Wir werden Frauen nicht alleine lassen und ihnen immer weiterhelfen. Wir wollen Frauen und deren Kinder stark machen für ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben ohne Gewalt und ohne Angst.

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