Unser Ziel bleibt die gesellschaftliche Teilhabe von allen Kindern und Jugendlichen!

Rede von Katja Rathje-Hoffmann MdL am 23.02.2022 im Kieler Landtag

Katja Rathje-Hoffmann MdL

In der vergangenen Expertenanhörung in Sozialausschuss mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass sich acht von 10 Kindern durch die Pandemie belastet fühlen.

Es gibt eine nicht kleine Gruppe von Kindern, die sich auch schon vor Corona und den Folgen, belastet gefühlt hat und der es nun mit Corona noch schlechter geht.

Das sind überwiegend die Kinder von psychisch kranken Eltern. Schätzungen nach, gibt es 3,8 Mio. Kinder und Jugendliche in Deutschland, die mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen.

Expertinnen und Experten vermuten, dass ungefähr 15% der Kinder unter drei Jahren betroffen sind. – Das sind nur Schätzungen, leider gibt es hierzu keine validen Zahlen.

Psychisch erkrankte Menschen suchen professionelle Hilfe entweder zu spät oder überhaupt nicht auf. Es ist deshalb anzunehmen, dass die Dunkelziffer wohl noch höher ist.

In betroffenen Familien finden man oft Probleme, wie z.B. mangelnde Erziehungskompetenz, finanzielle Probleme, Suchtprobleme, schlechte Wohnverhältnisse, Armut, Gewalt und sexualisierte Gewalt, Missbrauch und Partnerschaftsprobleme.

All diese aufgeführten Probleme können zu gravierenden Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen führen.

Kinder aus diesen Verhältnissen tragen ein achtfach größeres Risiko, im Laufe ihres Lebens eine psychische Störung zu entwickeln.

Glücklicherweise trifft diese Entwicklung nicht alle Kinder – wir als Gesellschaft müssen Vorkehrungen treffen, damit diese Kinder und Jugendlichen die Unterstützung und Hilfe bekommen, die sie benötigen, um diesen Risiken ihres Aufwachsens zu entgehen.

 

Wünschenswert wäre es, wenn es repräsentative Daten zu diesen betroffenen Kindern gäbe.

Leider ist das nicht der Fall!

Ebenso wäre es sehr sinnvoll und einfacher, wenn die bereits vorhandenen Angebote gebündelt und niedrigschwellig zugänglich wären.

Es gibt hier Einige, jedoch wissen wir nicht genau, wo überall Hilfsangebote für diese Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen angeboten werden.

Es existiert hier unseres Wissens nach, keine breite und flächendeckende Versorge- und Angebotsstruktur für Kinder psychisch kranker Eltern in Schleswig-Holstein.

Die Koordinierung und Vernetzung interdisziplinärer Leistungen und Hilfen im Land, insbesondere die Schnittstellen zwischen Gesundheitssystem und Jugendhilfe scheinen zudem ebenfalls verbesserungswürdig zu sein.

Wir sehen hier Handlungsbedarf.

Wie bei der Schaffung von Angeboten und beim Ausbau der bestehenden Angebote im niedrigschwelligen Bereich mit Bezugspersonen.

Deswegen bitten wir die Landesregierung um eine Bestandsaufnahme und Erhebung zu dieser Versorgungssituation zu erheben.

Gespräche mit Betroffenen, sowohl den Kindern und Jugendlichen, als auch den Eltern und auch den Anbietern solcher Therapiemaßnahmen haben ergeben, dass hier mehr Unterstützung angebracht ist.

Deswegen freut es uns ganz besonders, dass für dieses Jahr Haushaltsmittel über 100.000 Euro vom Land eingeplant sind.

Das ist sehr gut angelegtes Geld zum Schutz von Kindern und Jugendlichen für eine zu schützende vulnerable Gruppe.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir dürfen diese Zielgruppe nicht vergessen!

Unser Ziel bleibt die gesellschaftliche Teilhabe von allen Kindern und Jugendlichen!

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