25 Jahre Senioren-Union Bad Segeberg

Peter Harry Carstensen würdigt das Engagement der älteren Generation auf der Jubiläumsveranstaltung im Ihlsee-Restaurant

Foto rechts:  (vlnr.) Bad Segebergs Bürgermeister Toni Köppen (links) und der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen gratulieren Bad Segebergs Senioren Union Vorsitzender Ursula Michalak zum Jubiläum 25 Jahre Senioren-Union Bad Segeberg.

Bad SegebergMit zahlreichen Mitgliedern, Freundinnen, Freunden und Gästen hat die Senioren-Union Bad Segeberg im Ihlsee-Restaurant ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Als Gastredner nahm der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen an der Jubiläumsveranstaltung teil und würdigte unter dem Titel „Erfahrung ist kein Ballast“ das langjährige politische und gesellschaftliche Engagement der Mitglieder. Als neues Mitglied konnte Ursula Michalak Bad Segebergs Bürgervorsteherin Monika Saggau begrüßen. Bad Segebergs Bürgermeister Toni Köppen nahm mit einem Grußwort ebenfalls an der Veranstaltung teil. Für seine erneute  Kandidatur erhielt Köppen viel Applaus und die Zusage der Unterstützung von der Senioren Union durch die Vorsitzende.

Bei einem gemeinsamen Frühstücksbuffet blickten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ein Vierteljahrhundert Senioren-Union zurück. Vorsitzende Ursula Michalak verband die Geschichte der Vereinigung mit den großen Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Alltag - und machte zugleich deutlich, dass die Senioren-Union auch künftig mit klarer Stimme mitreden will.

„Wir sind vielleicht älter geworden - aber noch lange nicht von gestern. Wir wollen dazugehören, mitgestalten, Verantwortung übernehmen und unsere Erfahrung einbringen“, betonte Michalak.

Von der Gründung bis heute

Die Senioren-Union Bad Segeberg wurde am 26. September 2001 von Brunhilde Kelch, Frau Busch, Frau Loewisch, Dr. Jürgen Dolling, Herrn Saul und Herrn Scharmacher gegründet. Dr. Jürgen Dolling wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Ursula Michalak begleitete die Gründung als damalige CDU-Ortsvorsitzende.

Am 17. Oktober 2007 übernahm Brunhilde Kelch den Vorsitz. Sie prägte die Senioren-Union mit zahlreichen Veranstaltungen, Unternehmungen und Fahrten. Seit dem 24. Oktober 2012 steht Ursula Michalak gemeinsam mit ihrem Vorstandsteam an der Spitze der Vereinigung.

„Wir wussten damals nicht, was daraus einmal werden würde. Aber eines war schon bei der Gründung klar: Hier treffen sich Menschen, die noch lange nicht zum alten Eisen gehören wollen“, erinnerte Michalak.

25 Jahre voller Veränderungen

Der Blick von Ursula Michalak auf das Gründungsjahr 2001 zeigte, wie stark sich der Alltag verändert hat. Bezahlt wurde noch mit der Deutschen Mark, Handys dienten vor allem zum Telefonieren und zum Versenden von SMS, Wissen suchte man im Brockhaus und Telefonnummern im gedruckten Telefonbuch. Wenige Monate später wurde das Euro-Bargeld eingeführt. Aus dem Mobiltelefon wurden inzwischen Kamera, Kalender, Zeitung, Fahrkarte, Bank und halbes Büro in einem.

Auch Bad Segeberg hat sich verändert: Die Lettow-Vorbeck-Kaserne wurde 2008 aufgelöst und das Gelände zu einem Gewerbepark entwickelt. 2009 wurde der vorerst letzte Abschnitt der A20 bis kurz vor Bad Segeberg fertiggestellt. Die Karl-May-Spiele erreichten 2019 erstmals mehr als 400.000 Zuschauer. 2024 feierte Bad Segeberg sein 100-jähriges Stadtjubiläum; im selben Jahr begann mit der Gustav-Böhm-Siedlung eines der größten Neubauprojekte der Stadt.

Die vergangenen Jahre waren zugleich von tiefgreifenden Krisen geprägt: von der Weltfinanzkrise über die Corona-Pandemie bis zu Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten. Hinzu kam der rasante Aufstieg der künstlichen Intelligenz. Diese Entwicklungen, so Michalak, machten politische Erfahrung und gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtiger denn je.

Mitreden statt verwaltet werden

In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Senioren-Union mit Themen wie Pflege, Sicherheit, Mobilität und digitaler Teilhabe beschäftigt. Sie organisiert Informationsveranstaltungen, Gesprächsrunden, politische Begegnungen und gemeinsame Fahrten. Dabei versteht sie sich nicht nur als Gemeinschaft, sondern vor allem als Interessenvertretung der älteren Generation.

„Seniorinnen und Senioren wollen nicht nur verwaltet werden. Sie wollen gehört werden und mitgestalten. Wir waren nie leise. Wir mischen uns ein, informieren, diskutieren und sagen unsere Meinung - auch dann, wenn sie unbequem ist“, erklärte die Vorsitzende. Dieses Selbstverständnis brachte die Senioren-Union bereits mit dem Titel ihrer Segeberger Erklärung von 2024 auf den Punkt: „Wir gehören dazu.“

Eine Mitgliedschaft in der Senioren-Union ist unabhängig von einer CDU-Mitgliedschaft möglich. „Wir setzen uns für die Interessen der älteren Generation ein. Mitmachen kann jeder, der sich engagieren und Gemeinschaft erleben möchte“, unterstrich Michalak.

Dank an Mitglieder und Wegbegleiter

Ursula Michalak erinnerte an den 2015 verstorbenen Gründungsvorsitzenden Dr. Jürgen Dolling und dankte Brunhilde Kelch für ihre langjährige Arbeit. Ihr besonderer Dank galt den Mitgliedern, Freundinnen, Freunden und Unterstützern, die die Senioren-Union über ein Vierteljahrhundert mit Engagement, Interesse, Gemeinschaft und Humor begleitet haben.

Neben den politischen Veranstaltungen seien es vor allem persönliche Gespräche, gemeinsame Fahrten und viele schöne Stunden, die die Vereinigung geprägt hätten. Zugleich erinnerte Michalak an die Mitglieder, von denen die Senioren-Union in den vergangenen Jahren Abschied nehmen musste.

„25 Jahre sind kein Grund, kürzerzutreten. Sie sind ein Ansporn, erst recht weiterzumachen. Bleiben wir neugierig, engagiert, offen für Neues und ruhig ein bisschen unbequem. Vor allem aber: Bleiben wir gemeinsam aktiv“, rief Michalak den Gästen zu.

Die Senioren-Union Bad Segeberg werde sich deshalb auch in den kommenden Jahren mit Erfahrung, Hartnäckigkeit und einer gehörigen Portion Humor in die politische und gesellschaftliche Diskussion einbringen.