Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende – Landtagsabgeordneter Ole Plambeck unterstützt Azubiwerk-Modell

Bild: (v.l.n.r.) Sebastian Döll, Prof. Dr. Stefan Brauckmann, Ole Plambeck MdL und Olaf Schwede

Henstedt-Ulzburg. Bezahlbarer Wohnraum kann für junge Menschen den Ausschlag geben, einen Ausbildungsplatz anzunehmen. Welche Angebote dafür in Segeberg-West entstehen könnten, war Thema einer Informations- und Diskussionsveranstaltung des CDU-Landtagsabgeordneten Ole Plambeck am 3. November in der REWE-Zweigniederlassung Nord in Henstedt-Ulzburg. Mehr als 30 Vertreter aus Unternehmen, Kommunalpolitik, IHK und Wirtschaftsförderung sowie weitere Interessierte nahmen teil.

„Wer einen Ausbildungsplatz annimmt, braucht auch eine bezahlbare Möglichkeit, in erreichbarer Nähe zu wohnen. Das betrifft junge Menschen genauso wie unsere Betriebe, die Nachwuchs suchen", erklärt Plambeck. 

Plambeck möchte Unternehmen, Kommunen und mögliche Träger zusammenbringen, um den Bedarf und geeignete Standorte zu prüfen und eine Lösung für das Thema Wohnen für Auszubildende unterstützen.

Fachliche Impulse lieferten Olaf Schwede von der Stiftung Auszubildendenwerk, kurz Azubiwerk, und Prof. Dr. Stefan Brauckmann vom Moses Mendelssohn Institut. Auch Sebastian Döll von der Wirtschaftsförderung Henstedt-Ulzburg beteiligte sich mit einem Impuls am Austausch.

Die vorgestellten Daten vom Moses Mendelssohn Institut verdeutlichten die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. Ein WG-Zimmer in Hamburg kostet zum Wintersemester 2026/27 nach einer Auswertung des Moses Mendelssohn Instituts und WG-Gesucht.de monatlich durchschnittlich 650 Euro warm. Zehn Jahre zuvor waren es 430 Euro. Eine eigene Erhebung für Auszubildende in Henstedt-Ulzburg liegt allerdings nicht vor. Das liegt aber vor allem daran, dass es schlichtweg kaum bis gar kein Angebot gibt. Der örtliche Wohnungsbestand ist stark von größeren Wohnungen mit mehr als 100 Quadratmetern geprägt. Rund 63 Prozent befinden sich in Ein- und Zweiparteienhäusern.

Das ein Bedarf an günstigen Wohnraum für Auszubildene oder frisch ausgelernte Kräfte benötigt wird, ist auch daran zu erkennen, dass Betriebe selbst tätig werde und Wohnraum für die Zielgruppe anmietet oder erwirbt. 

Wie ein organisiertes Angebot aussehen kann, zeigte das Azubiwerk. Die gemeinnützige Stiftung verfügt nach eigenen Angaben an vier Hamburger Standorten über mehr als 700 Zimmer. Sie verbindet möblierten Wohnraum zu Pauschalmieten mit Gemeinschaftsräumen und pädagogischer Begleitung. Junge Menschen leben selbstständig und finden bei Alltagsfragen oder Schwierigkeiten in der Ausbildung Unterstützung.

Für mögliche Standorte in Segeberg-West spielt neben der Miete die Verkehrsanbindung eine zentrale Rolle. „Eine günstige Miete hilft wenig, wenn der Ausbildungsbetrieb morgens nicht erreichbar ist. Wir müssen Wohnraum und Verkehrsverbindungen zusammen betrachten", betont Plambeck. „Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen müssten auch ohne eigenes Auto erreichbar sein“, so Plambeck weiter.

Derzeit läuft eine Umfrage bzw. eine Prüfung, wie viele Auszubildende Wohnraum benötigen, welche Kosten sie tragen können und welche Grundstücke oder Gebäude infrage kommen. Ebenso braucht es ein tragfähiges Finanzierungs- und Betriebskonzept. Dabei ist die soziale Wohnraumförderung des Landes ein entscheidendes Instrument. Das vorgestellte Azubiwerk-Modell hat gezeigt, wie so etwas gut funktionieren kann.

„Ich möchte, dass wir die Möglichkeiten für Azubi-Wohnen in Segeberg-West konkret machen. Bezahlbarer Wohnraum kann jungen Menschen den Weg in eine Ausbildung erleichtern und unseren Unternehmen helfen, Nachwuchs für unsere Region zu gewinnen", so Plambeck.