Gemeinsam stark für Demokratie und Vielfalt

Mit einem herzlichen Dank für den Artikel an die "Umschau".

Kaltenkirchen | Mit 500 Teilnehmern hatte Organisatorin Juliane Marauska gerechnet, doch letztlich konnte sich die SPD-Ortsvorsitzende - auch nach Schätzungen der örtlichen Polizei - über mehr als 1.000 Teilnehmer bei der Demonstration „Kaltenkirchen zeigt Haltung“ am vergangenen Sonnabend freuen.
Vertreter von Parteien, Verbänden, Vereinen und Bündnissen hatten sich um 15 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz eingefunden, um gegen Rassismus in jeder Form zu demonstrieren, aber auch zahlreiche Bürger setzten ein Zeichen gegen Rechts. So waren Plakate mt Aufschriften wie „Menschenrechte statt rechter Menschen“ oder „Omas gegen rechts!“ zu sehen.
Bürgermeister Stefan Bohlen eröffnete die Reihe der Redner, die sich für den Achtung unseres Grundgesetzes und den Erhalt unserer demokratischen Ordnung aussprachen. Er freue sich, dass sich ein breites Bündnis für diese Demonstration zusammen gefunden habe, und über die rege Beteiligung. Pastorin Jannike Grosstück stellte die Liebe zu den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Rede. Hans-Jürgen Kütbach, Vorsitzender des Förderverein der KZ-Gedenkstätte Springhirsch, erinnerte an die Schrecken der Nazi- Herrschaft, die dort dokumentiert sind, warnte vor einer Wiederholung und lud zur Besichtigung der neu gestalteten Ausstellung ein.
Danach startete der Umzug, der die Teilnehmer mit ihren zahlreichen Plakaten unter dem Geleit der Polizeit über die Holstenstraße vorbei am Rathaus und über die Friedenstraße und die Hamburger Straße zurück zum Bahnhofsvorplatz führte.
Hier eröffnete Helmer Krane, der schleswig-holsteinische FDP-Spitzenkandidat zur Europawahl, den zweitenTeil der Rednerliste. Er erinnerte daran, dass es
im Norden gelungen sei, die AfD bei der letzten Wahl aus dem Landtag herauszuhalten. Er rief die Bürger dazu auf, dies auch in den kommunalen Parlamenten und im Kreistag umzusetzen. Der CDU Ortsvorsitzende Julius Gippe wies darauf hin, dass Demokratie nicht nur eine Regierungsform, sondern ein Wertesystem sei, das auf der Anerkennung der Freiheit und Würde jedes einzelnen Bürgers basiere. Als Vater eines fünfjährigen Sohnes wolle er alles dafür tun, damit dieser in einer gerechten und freien Gesellschaft aufwachsen könne. „Möge unsere Entschlossenheit dazu beitragen, eine bessere Zukunft für kommende Generationen zu schaffen.“ Der SPD- Stadtvertreter Torben Schönfeldt warnte vor dem Gespenst des Faschismus, der auch in der Kaltenkirchener Stadtvertretung sichtbar sei. „Wir stehen bei den Verfolgten und Bedrängten und werden sie verteidigen!“ Diese Kampfansage gelte auch für die AfD, die keine Partei der Mitte und der
Vernunft sei, sondern ein Deutschland wolle, das völkisch, nationalistisch und ethnisch gesäubert sei. Deshalb müsse die AfD weg. Der CDU- Landtagsabgeordnete Ole Pambeck dankte den Organisatoren und zeigte sich sehr erfreut über die positive Resonanz in den anderen Orten des Kreises Segeberg und jetzt auch in Kaltenkirchen. „Jeder Extremist ist Mist!“ Besondere Sorge bereite ihm aber auch der Antisemitismus. Hass sei keine Alternative. Es sei an der Zeit, deutlich zu machen, dass wir aus der Geschichte gelernt
hätten. „Nie wieder ist jetzt!“ Er sei aber angesichts der letzten Ergebnisse der Landtagswahl in Schleswig-Holstein auch optimistisch, dass Extremisten klein gehalten werden könnten.Dies sei auch bei der Europawahl am 9. Juni zu bedenken.